Arvaker-Satelliten zur Schiffsüberwachung (N3X)
Das norwegische Unternehmen Kongsberg begann 2025 mit dem Start von Arvaker-Satelliten zur Schiffsüberwachung. Sie empfangen AIS- und Navigationsradarsignale und ergänzen Küstenradar um Informationen aus weiter entfernten Meeresgebieten.

Auf einen Blick
- Betreiber
- Kongsberg Defence & Aerospace
- Seit
- Vertrag 2024 unterzeichnet; erster Start 2025
- Aufgabe
- Schiffsüberwachung durch AIS- und Navigationsradarerfassung
Wie kann ein kleiner Satellit Schiffe auf einem ganzen Ozean finden? Arvaker lauscht den Funksignalen, mit denen sich Schiffe zu erkennen geben.
Die norwegischen Mikrosatelliten Arvaker 1–3 bilden die maritime Aufklärungskonstellation N3X. Wegen ihrer militärischen Aufgabe sind nur wenige Einzelheiten öffentlich; diese Seite stützt sich auf Angaben der norwegischen Streitkräfte und der Hersteller.
Was ist Arvaker?
2024 beauftragten die norwegischen Streitkräfte Kongsberg Defence & Aerospace mit dem Aufbau der Konstellation. Zum Einsatz kommt die MP42H-Plattform der Tochtergesellschaft NanoAvionics.
Eine Plattform ist der Grundkörper eines Satelliten. Sie stellt Stromversorgung, Kommunikation, Lageregelung und Wärmemanagement bereit. Für verschiedene Missionen kommen eigene Sensoren hinzu – ähnlich wie ein Roboter mit unterschiedlichen Werkzeugen ausgerüstet wird.

Wie findet Arvaker Schiffe?
AIS-Empfänger erfassen über große Gebiete die von Schiffen ausgesendeten Angaben zu Identität, Position, Kurs und Geschwindigkeit.
Weitere Geräte erkennen Signale von Navigationsradaren. Die Verbindung mehrerer Quellen verbessert das maritime Lagebild. Beobachtungszeit, Wetter, Leistungsfähigkeit der Sensoren und die Frage, ob ein Schiff überhaupt sendet, beeinflussen jedoch das Ergebnis.
Warum genügt kein Küstenradar?
Küstenradar überwacht nahe Gewässer kontinuierlich. Weiter entfernte Schiffe verschwinden jedoch hinter dem gekrümmten Erdhorizont. Satelliten im niedrigen Erdorbit können große Meeresgebiete erfassen, bleiben aber nicht über einer Stelle. Deshalb werden mehrere Satelliten benötigt.
Starts und Umlaufbahnen
Arvaker 1 startete am 15. März 2025 mit Transporter-13. Arvaker 2 und 3 folgten im Juni desselben Jahres mit Transporter-14. Im niedrigen Erdorbit überfliegen sie die Beobachtungsgebiete abwechselnd.
Schon gewusst?
Arvaker ist nach einem der beiden Pferde benannt, die in der nordischen Mythologie den Sonnenwagen ziehen. Heute umkreist dieser Name auf einem Raumfahrzeug die Erde.


