Erdbeobachtung und Fernerkundung
Erdbeobachtungssatelliten dokumentieren Veränderungen von Feldern, Wäldern, Ozeanen und Städten für Ressourcenerkundung, Kartierung und Katastrophenhilfe. Missionen aus den USA, Europa, China und weiteren Ländern nutzen neben sichtbarem Licht auch Infrarot und Radar, um für das Auge verborgene Oberflächenmerkmale zu erkennen.

Auf einen Blick
- Betreiber
- NASA/USGS, ESA, CNSA und weitere Raumfahrtorganisationen
- Seit
- 1972
- Aufgabe
- Fernerkundung von Veränderungen an Land, in den Ozeanen und in der Atmosphäre
Wie groß war die von einer Überschwemmung bedeckte Fläche? In welche Richtung wuchs eine Stadt innerhalb von zehn Jahren? Fernerkundungssatelliten nehmen die Erde wiederholt auf und vermessen sie, sodass sich verschiedene Zeitpunkte vergleichen lassen.
Beispiele sind Landsat, Europas Sentinel-Familie und Chinas Gaofen-Serie.

Was sind Erdbeobachtungssatelliten?
Der erste Landsat startete im Juli 1972 und begründete die längste lückenlose globale Beobachtungsreihe der Landoberfläche. Landsat 8 und 9 fliegen in sonnensynchronen Bahnen in etwa 705 Kilometern Höhe und passieren einen Ort ungefähr zur gleichen Ortszeit bei vergleichbarer Beleuchtung. Jeder Satellit kehrt alle 16 Tage zurück; durch versetzte Bahnen entstehen häufigere Aufnahmen.
Die Sentinel-Satelliten bilden einen Kern des Copernicus-Programms: Sentinel-1 nimmt mit Radar durch Wolken bei Tag und Nacht auf, Sentinel-2 liefert multispektrale Bilder, und Sentinel-5P überwacht die Zusammensetzung der Atmosphäre. Chinas Gaofen-Programm begann 2013; Gaofen 2 erreicht eine Auflösung von unter einem Meter, Gaofen 7 ergänzt stereoskopische Kartierung.

Wozu dienen sie?
Fernerkundung erfasst auch Wellenlängen außerhalb des menschlichen Sehens. Gesunde Pflanzen und Pflanzen unter Wassermangel reflektieren unterschiedliche Spektren, was bei der Beobachtung von Wachstum und Dürre hilft.
Nach Katastrophen lassen sich Ausdehnung von Überschwemmungen, Erdrutsche und verbrannte Flächen abschätzen. Langzeitvergleiche zeigen wachsende Städte, schrumpfende Seen und veränderte Gletscher. Die Daten sind außerdem unverzichtbar für Kartierung und Landvermessung.

Zeigt eine Smartphone-Karte, was ich gerade tue?
Normalerweise nicht. Satelliten bleiben nicht ständig über demselben Ort, und Aufnahme, Übertragung, Verarbeitung sowie Kartenaktualisierung benötigen Zeit. Satellitenbasiskarten kombinieren häufig Bilder verschiedener Tage, statt eine Liveübertragung zu zeigen.
Das Landsat-Archiv ist weltweit frei verfügbar. Mehr als ein halbes Jahrhundert an Bildern bildet ein langfristiges Fotoalbum unseres sich wandelnden Planeten.


