Polar umlaufende NOAA-Wettersatelliten
Polar umlaufende Wettersatelliten der US-Behörde NOAA erfassen den Globus, während sich die Erde unter ihren Bahnen dreht. Daten über Ozeane, Land und Atmosphäre fließen in Vorhersagemodelle ein und führen die mit TIROS-1 im Jahr 1960 begonnene Wetterbeobachtung auch fern von Bodenstationen fort.

Auf einen Blick
- Betreiber
- National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)
- Seit
- 1960
- Aufgabe
- Weltweite Beobachtungen aus Polarbahnen für Wettervorhersage und Klimaüberwachung
Wie kann eine Vorhersage den Kälteeinbruch von morgen ankündigen? Neben Wetterstationen am Boden umkreisen Satelliten die Erde etwa vierzehnmal täglich. Die polaren Wettersatelliten der NOAA sind ein wichtiger Teil dieses Messnetzes.
Die von der National Oceanic and Atmospheric Administration betriebenen Systeme umfassen die frühere POES- und die nachfolgende JPSS-Familie. Die meisten fliegen in sonnensynchronen Umlaufbahnen in etwa 800 bis 850 Kilometern Höhe und erfassen den gesamten Globus innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Was bedeutet polare Umlaufbahn?
Diese Satelliten ziehen nahe an den Polen vorbei. Unter ihren aufeinanderfolgenden Abtaststreifen dreht sich die Erde weiter, sodass nach und nach eine globale Abdeckung entsteht. Durch die Sonnensynchronität passieren sie einen Ort ungefähr zur gleichen Ortszeit, wodurch sich Aufnahmen verschiedener Tage leichter vergleichen lassen.
Zur POES-Reihe gehören beispielsweise NOAA-15 von 1998, NOAA-18 von 2005 und NOAA-19 von 2009. Die spätere JPSS-Familie umfasst Suomi NPP von 2011, NOAA-20 von 2017 und NOAA-21 von 2022. Ihre technische Tradition reicht bis TIROS-1 zurück, dem ersten Wettersatelliten von 1960.
Wie messen sie die Temperatur der Atmosphäre?
Sie lassen kein Thermometer herab. Instrumente wie VIIRS, CrIS und ATMS messen sichtbare, infrarote und Mikrowellenstrahlung. Daraus bestimmen Forschende Eigenschaften von Wolken, Meerestemperaturen sowie Temperatur und Feuchtigkeit der Atmosphäre in verschiedenen Höhen.
Die Daten fließen in die numerische Wettervorhersage ein: Modelle erfassen den gegenwärtigen Zustand der Erde und berechnen, wie sich die Luft als Nächstes bewegen könnte. Die Satelliten beobachten außerdem Brände, Meereis und Ozon und leiten manche Notrufe aus Schifffahrt und Luftfahrt weiter.

Kann ein Satellit Regen an meinem Haus vorhersagen?
Er erkennt großräumige Wolken, Feuchtigkeit und Temperaturen, kann aber allein nicht bestimmen, wann der Regen Ihr Fenster erreicht. Vorhersagen benötigen zusätzlich Radar, Bodenstationen, Bojen und Modelle. Satelliten liefern einen Ganzkörperscan; örtliche Messungen ergänzen die Details.
Schon gewusst?
NOAA arbeitet mit Partnern wie Europas Metop-System zusammen. Deren Satelliten überfliegen Gebiete zu anderen Zeiten und liefern dadurch häufiger globale Momentaufnahmen der Atmosphäre.


