Copernicus-Sentinel-Satelliten
Die Copernicus-Sentinel-Reihe der Europäischen Union verteilt seit 2014 die Beobachtung von Land, Ozeanen und Atmosphäre auf verschiedene Missionen und stellt ihre Daten frei bereit. Sentinel-1 nutzt Radar auch nachts und durch Wolken, Sentinel-2 liefert multispektrale Bilder.

Auf einen Blick
- Betreiber
- ESA / Copernicus-Programm der Europäischen Union
- Seit
- 2014 (Sentinel-1A)
- Aufgabe
- Multispektrale Erdbeobachtung für Umwelt, Klima, Landwirtschaft, Notfallhilfe und Ozeane
Kann ein Satellit Hochwasser unter einer dichten Wolkendecke erkennen? Manche Sentinel-Satelliten können das, weil sie Radar statt Sonnenlicht verwenden.
Die Sentinel-Familie bildet einen Kern des Copernicus-Programms der EU. Verschiedene Serien untersuchen Land, Ozeane und Atmosphäre. Die meisten Daten sind für alle frei zugänglich.
Sentinel-1: durch Dunkelheit und Wolken
Sentinel-1 trägt ein Radar mit synthetischer Apertur (SAR) im C-Band. Es sendet Mikrowellen zur Erde und empfängt ihre Echos – entfernt vergleichbar mit der Echoortung einer Fledermaus. Mikrowellen durchdringen viele Wolken und ermöglichen Aufnahmen bei Nacht und bewölktem Himmel.
Die Helligkeit in einem Radarbild zeigt die Stärke des zurückgeworfenen Mikrowellensignals. Ruhiges Wasser erscheint gewöhnlich dunkel, dicht bebaute Stadtgebiete hell. Bildvergleiche können Bodenbewegungen von Zentimetern oder weniger sichtbar machen.

Sentinel-2: dreizehn spektrale Ansichten
Sentinel-2s Multispektralkamera nutzt 13 Spektralbänder. Darin zeigen gesunde Vegetation, trübes Wasser und verbrannter Boden jeweils charakteristische Signaturen. Seit 2015 unterstützen die Bilder Landwirtschaft sowie die Beobachtung von Wäldern, Seen und Katastrophen.

Was beobachten die anderen Sentinels?
Sentinel-3 misst Temperatur und Farbe der Meeresoberfläche sowie Eigenschaften des Landes. Sentinel-5P untersucht Methan, Ozon, Stickstoffdioxid und Aerosole in der Atmosphäre. Sentinel-6 setzt mit Radarhöhenmessung die langfristige Messreihe des Meeresspiegels fort.
Was kann jeder mit den Daten tun?
Man kann jahreszeitliche Veränderungen örtlicher Flüsse, Seen, Felder und Städte vergleichen oder Bilder vor und nach Überschwemmungen und Bränden untersuchen. Verarbeitung und Interpretation sind entscheidend: Ungewöhnliche Farben können besondere Wellenlängen darstellen und müssen nicht dem menschlichen Seheindruck entsprechen.
Warum sind freie Daten wichtig?
Forschende, Katastrophenschutzbehörden, Schulen und Unternehmen weltweit können dieselben Beobachtungen für Brände, Gletscher, Küsten oder Ernten nutzen. Offene Daten ermöglichen mehr Menschen, die Erde gemeinsam zu untersuchen und zu schützen.


