Satelliten

GOES

Die GOES-Satelliten der US-Behörde NOAA beobachten Amerika und die angrenzenden Ozeane fortlaufend und verfolgen Hurrikane, Gewitter und Brände. Seit 1975 erzeugt die Reihe aus geostationärer Umlaufbahn zeitlich dichte Bildfolgen derselben Region.

Künstlerische Darstellung eines Satelliten der GOES-R-Reihe mit ausgeklapptem Solarpanel
Künstlerische Darstellung eines Satelliten der GOES-R-Reihe mit ausgeklapptem Solarpanel
Bildnachweis: NOAA/Lockheed Martin · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Auf einen Blick

Betreiber
NOAA
Seit
1975
Aufgabe
Kontinuierliche geostationäre Beobachtung Amerikas und Warnung vor gefährlichem Wetter

Wie lässt sich ein Hurrikan auf dem Weg zur Küste fast wie in einer Liveübertragung verfolgen? GOES-Satelliten beobachten die westliche Hemisphäre ununterbrochen und melden Wolkenbewegungen sowie die Entwicklung von Gewittern.

GOES steht für Geostationary Operational Environmental Satellite. Die von NOAA betriebene Serie überwacht Amerika und die angrenzenden Ozeane seit 1975 aus rund 35.790 Kilometern Höhe über dem Äquator.

Künstlerische Darstellung eines Satelliten der GOES-R-Serie mit ausgeklapptem Solarmodul
Künstlerische Darstellung eines Satelliten der GOES-R-Serie mit ausgeklapptem Solarmodul
Bildnachweis: NOAA/Lockheed Martin · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Warum kann GOES ständig dieselbe Region beobachten?

Umlaufdauer und Bewegungsrichtung entsprechen der Erdrotation, sodass der Satellit am Himmel festzustehen scheint. Das eignet sich ideal für die dauerhafte Beobachtung einer ganzen Hemisphäre, liefert aber schlechte Blickwinkel auf die Polargebiete.

NASA entwickelt und beschafft die Raumfahrzeuge, NOAA betreibt sie. GOES-1 startete am 16. Oktober 1975. Frühe Satelliten rotierten wie Kreisel und tasteten die Erde langsam ab; die GOES-R-Serie wird auf drei Achsen stabilisiert und kann ihre Instrumente flexibler ausrichten.

Wie erkennt GOES Blitze?

Der Advanced Baseline Imager (ABI) beobachtet mit sichtbaren und infraroten Kanälen Wolken, Feuchtigkeit, Temperatur und Brände. Der Geostationary Lightning Mapper (GLM) erfasst kurze Lichtblitze innerhalb von Wolken und zwischen Wolken und Boden. Dadurch lässt sich erkennen, wenn sich Gewitter rasch verstärken.

Die Satelliten überwachen außerdem Sonne und erdnahen Weltraum. Sonneneruptionen können Funkverkehr, Raumfahrzeuge und Stromnetze stören, weshalb auch Vorhersagen des Weltraumwetters wertvoll sind.

Wie helfen Wolkenbilder beim Katastrophenschutz?

Ein Einzelbild zeigt den aktuellen Zustand; eine Bildfolge offenbart Bewegung und Entwicklung. Im Abstand weniger Minuten aufgenommene Bilder zeigen Veränderungen von Hurrikanaugen, Wolkenobergrenzen und Rauchfahnen. Wetterdienste kombinieren sie mit Radar, Bodenstationen und Modellen, um Warnungen auszugeben.

GOES-1 lieferte am 25. Oktober 1975 sein erstes Vollscheibenbild der Erde. Seitdem dokumentierte die Satellitenfamilie zahllose Hurrikane, Gewitter, Brände und Vulkanausbrüche.

Das erste Vollscheibenbild der Erde von GOES-1, aufgenommen am 25. Oktober 1975
Das erste Vollscheibenbild der Erde von GOES-1, aufgenommen am 25. Oktober 1975
Bildnachweis: NOAA Photo Library · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Schon gewusst?

GOES betreibt üblicherweise je einen östlichen und westlichen Satelliten sowie Reserven. Regelmäßige Triebwerkszündungen halten ihre Positionen. Wenn der Treibstoff zur Neige geht, wird der Betrieb angepasst, bevor die Raumfahrzeuge in Friedhofsorbits angehoben werden.

Quellen