Progress-Frachtraumschiffe
Progress ist ein unbemanntes russisches Frachtraumschiff, das 1978 erstmals von der Sowjetunion eingesetzt wurde. Es liefert Lebensmittel, Wasser, Ausrüstung und Treibstoff an Raumstationen, kann deren Bahn anheben und nimmt Abfälle mit, die beim Wiedereintritt verglühen.

Auf einen Blick
- Betreiber
- Roskosmos
- Seit
- 1978
- Aufgabe
- Lieferung von Fracht, Wasser und Treibstoff an Raumstationen
Was geschieht, wenn Astronautinnen und Astronauten den letzten Beutel frisches Obst aufgebraucht haben? Ein Frachtraumschiff bringt Lebensmittel, Wasser, Treibstoff und Experimente. Russlands Progress erledigt diese Aufgabe seit Jahrzehnten.
Progress wurde von Sojus abgeleitet und flog erstmals 1978. Die Reihe versorgte Saljut, Mir und die ISS. Sie befördert keine Besatzung und besitzt keine vollständige Rückkehrkapsel; nach der Lieferung nimmt sie Abfall zu einem kontrollierten zerstörerischen Wiedereintritt mit.

Wie unterscheidet sich Progress von Sojus?
Sitze, Lebenserhaltung, Fallschirme und Rettungsausrüstung für die Besatzung entfallen zugunsten von Fracht. Das vordere Druckabteil ist für Astronauten zugänglich; im mittleren Bereich befinden sich Treibstoff, Wasser und Gas. Das hintere Modul liefert Strom, Lageregelung und automatische Kopplung.
Die erste Progress startete am 20. Januar 1978 von Baikonur. Hinter der vertrauten Sojus-ähnlichen Form steckt eine andere Aufgabe: Das eine Raumfahrzeug bringt Menschen zurück, das andere liefert nur in eine Richtung.
Mehr als Kisten
Je nach Modell und Mission transportiert Progress gewöhnlich rund 2,5 Tonnen. Neben Lebensmitteln, Kleidung und Geräten überträgt es Treibstoff, Wasser und Gas durch Leitungen.
Nach dem Andocken können seine Triebwerke die Raumstation anheben und so dem Bahnverlust durch die äußerst dünne Restatmosphäre entgegenwirken.
Wohin kommt der Abfall der Raumstation?
Abfälle lassen sich nicht einfach nach draußen werfen. Verpackungen, getragene Kleidung und nicht mehr benötigte Geräte werden im Frachtraumschiff gesichert. Nach dem Ablegen verglüht der größte Teil davon entlang einer geplanten Wiedereintrittsbahn.
Meilensteine
Progress absolvierte zahlreiche Versorgungsflüge. Im Juli 2018 erreichte MS-09 die ISS in 3 Stunden 48 Minuten – damals ein Rekord für das Rendezvous. Die MS-Serie nutzt digitale Flugsteuerungs- und Navigationssysteme für bessere Kommunikation und Kopplung.
Schon gewusst?
Progress kann monatelang angedockt bleiben und als Lagerraum dienen. Einige frühe Progress-M-Flüge verwendeten eine kleine Rückkehrkapsel für wenige Proben, obwohl das Hauptfahrzeug weiterhin verglühte.


