Forschungssatelliten
Forschungssatelliten bringen Teleskope und Experimente oberhalb der Atmosphäre, um Sterne, Schwarze Löcher und Teilchen im Weltraum zu untersuchen. Missionen von NASA, ESA, der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und anderen Einrichtungen erfassen auch Ultraviolett-, Röntgen- und Gammastrahlung, die von der Erdatmosphäre blockiert wird.

Auf einen Blick
- Betreiber
- NASA, ESA, Chinesische Akademie der Wissenschaften und weitere Raumfahrt- und Forschungseinrichtungen
- Seit
- Seit den 1960er-Jahren
- Aufgabe
- Weltraumastronomie und Experimente zur Grundlagenphysik
Wie sähe das Universum oberhalb der Atmosphäre aus? Forschungssatelliten bringen Teleskope, Teilchendetektoren und Experimente ins All, um kosmische Ursprünge, Materie und grundlegende Physik zu untersuchen.

Warum Teleskope ins All bringen?
Die Erdatmosphäre schützt das Leben, wirkt für die Astronomie aber wie bewegtes Glas: Turbulenzen verzerren Sternenlicht, Wolken und Wasserdampf verdecken den Himmel. Außerdem absorbiert die Atmosphäre einen großen Teil der Ultraviolett-, Röntgen- und Gammastrahlung.
Das schützt uns, verhindert jedoch direkte Beobachtungen dieser Wellenlängen vom Boden. Instrumente oberhalb der Atmosphäre öffnen ein anderes Fenster zum Universum.
Hubble und Hochenergieobservatorien
Hubble startete im April 1990 mit einem 2,4 Meter großen Hauptspiegel. Beobachtungen ferner Galaxien und Supernovae halfen, das Alter des Universums auf etwa 13,8 Milliarden Jahre einzugrenzen, und lieferten wichtige Hinweise auf seine beschleunigte Expansion.
Das Universum sendet weit mehr als sichtbares Licht aus. Chandra untersucht im Röntgenbereich heiße Umgebungen um Schwarze Löcher und Neutronensterne; Fermi verfolgt Gammastrahlenausbrüche und andere energiereiche Ereignisse. Erst verschiedene Observatorien zusammen ergeben ein vollständigeres Bild.


Chinas Wukong und Micius
Wukong, der Dark Matter Particle Explorer, startete im Dezember 2015. Er misst energiereiche kosmische Strahlung und sucht anhand ungewöhnlicher Muster in den Teilchenenergien nach Hinweisen auf Dunkle Materie.
Micius startete im August 2016 als erster Satellit für Experimente zur Quantenwissenschaft. Er demonstrierte die Quantenschlüsselverteilung zwischen Satellit und Boden sowie die Verteilung verschränkter Quantenzustände über große Entfernungen.
Sind die Farben in Weltraumbildern echt?
Einige Bilder nähern sichtbare Farben an, andere übertragen unsichtbare Infrarot- oder Röntgensignale auf Farben. Dadurch werden Temperatur, Elementzusammensetzung oder Energieverteilungen verständlich dargestellt; die Daten werden nicht erfunden.
- Hubble brauchte Korrekturoptik: Nach dem Start wurde ein kleiner Fehler im Hauptspiegel entdeckt. Astronauten installierten 1993 korrigierende Geräte.
- Die Namen haben Bedeutung: Wukong erinnert an den scharfsichtigen Helden aus „Die Reise nach Westen“; Micius ehrt den altchinesischen Philosophen Mozi, der sich vor mehr als zweitausend Jahren mit Optik beschäftigte.


