Landsat
Die US-amerikanische Landsat-Reihe von NASA und USGS dokumentiert die Erdoberfläche seit 1972 und macht jahrzehntelange Veränderungen derselben Wälder, Felder und Städte vergleichbar. Multispektrale Messungen zeigen neben sichtbaren Landschaften auch Pflanzengesundheit und Oberflächentemperaturen.

Auf einen Blick
- Betreiber
- NASA (Entwicklung), USGS (Betrieb und Datenverteilung)
- Seit
- 1972 (Landsat 1)
- Aufgabe
- Fortlaufende Landbeobachtung von Landwirtschaft, Wäldern, Katastrophen und Stadtentwicklung
Lässt sich das Wachstum einer Stadt aus dem All verfolgen? Landsat dokumentiert seit Jahrzehnten Wälder, Felder, Gletscher und Städte der Erde – ein außergewöhnlich langer Film unseres Planeten.
Der erste Earth Resources Technology Satellite startete am 23. Juli 1972 und wurde später in Landsat 1 umbenannt. Damit begann eines der am längsten ununterbrochen betriebenen Erdbeobachtungsprogramme.

Was ist Landsat?
NASA entwickelt die Landsat-Satelliten; der US Geological Survey betreibt sie und verteilt die Daten. Im Mittelpunkt steht die Landoberfläche, doch auch Küsten, Seen und Flüsse werden aufgenommen.
Landsat 8 startete 2013, Landsat 9 folgte am 27. September 2021. Beide fliegen in sonnensynchronen, nahezu polaren Bahnen in etwa 705 Kilometern Höhe. Zusammen erfassen sie denselben Ort ungefähr alle acht Tage und passieren ihn zu ähnlichen Ortszeiten, sodass die Beleuchtung vergleichbar bleibt.

Mehr als sichtbare Farben
Multispektralinstrumente messen sichtbares Licht sowie nahes und thermisches Infrarot. Gesunde Pflanzen, trockene Böden und heiße Flächen zeigen in diesen Spektralbereichen charakteristische Merkmale.
Die Daten dienen unter anderem zur Beurteilung von Ernten und Bewässerung, zur Überwachung von Wäldern, Überschwemmungen und Waldbrandschäden sowie zur Beobachtung von Stadtwachstum, Gletscherrückgang und Küstenveränderungen.
Sind diese Bilder mit Smartphone-Karten vergleichbar?
Nicht ganz. Smartphone-Karten stellen erkennbare Details und Navigation in den Vordergrund und kombinieren häufig verschiedene Aufnahmezeiten und Quellen. Landsat setzt auf konsistente, wiederholte Messungen. Die Auflösung ist nicht immer die feinste, dafür lassen sich Orte über Jahrzehnte zuverlässig vergleichen.
Eine Kamera, die 29 Jahre arbeitete
Landsat 5 war von 1984 bis 2013 rund 29 Jahre lang in Betrieb und erhielt einen Guinness-Weltrekord als am längsten arbeitender Erdbeobachtungssatellit. Das frei verfügbare Archiv ermöglicht Schülerinnen, Studierenden, Forschenden und allen Interessierten eine eigene Zeitreise durch die Veränderungen der Erde.


