Satelliten

Wettersatelliten

Wettersatelliten messen Wolken, Meerestemperaturen und die Atmosphäre: Satelliten in Polarbahnen erfassen den ganzen Globus, geostationäre Satelliten verfolgen Stürme fortlaufend über derselben Region. Mit TIROS-1 starteten die USA 1960 den ersten Wettersatelliten; heute betreiben Wetterdienste weltweit solche Missionen.

Satellit verfolgen ↗
Aufnahme eines Supertaifuns mit deutlich sichtbarem Auge im sichtbaren Licht, aufgenommen von GMS-5
Aufnahme eines Supertaifuns mit deutlich sichtbarem Auge im sichtbaren Licht, aufgenommen von GMS-5
Bearbeitet nach: NOAA · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Auf einen Blick

Betreiber
Nationale Wetterdienste, darunter NOAA und die chinesische Wetterbehörde CMA
Seit
1960 (TIROS-1)
Aufgabe
Beobachtung von Atmosphäre und Wolken für Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen

Wer nimmt die Wolkenbilder in Taifunvorhersagen auf? Wettersatelliten beobachten fortlaufend Wolken, Temperatur und Wasserdampf und helfen dadurch, Taifune und Starkregen zu verfolgen.

Sie lassen sich vor allem in zwei Gruppen einteilen: Polarsatelliten, die die Erde wiederholt abtasten, und geostationäre Satelliten, die scheinbar ständig dieselbe Region beobachten.

Zwei Umlaufbahnen mit unterschiedlichen Stärken

Polarsatelliten fliegen in ungefähr 800 Kilometern Höhe über hohe Breitengrade. Während sich die Erde darunter dreht, scannen aufeinanderfolgende Streifen den Globus wie ein Kopiergerät. Beispiele sind die polaren NOAA-Reihen und Chinas Fengyun 3.

Geostationäre Satelliten arbeiten in etwa 36.000 Kilometern Höhe und beobachten ununterbrochen eine große Region. Sie eignen sich besonders für Animationen wandernder Stürme; GOES und Fengyun 4 sind Beispiele.

Darstellung des Zusammenspiels polarer und geostationärer Wettersatelliten
Darstellung des Zusammenspiels polarer und geostationärer Wettersatelliten
Bildnachweis: China News Service · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle anzeigen ↗

Wie entstehen Wolkenbilder?

Satelliten nehmen weit mehr als gewöhnliche Fotos auf. Instrumente für sichtbares Licht erfassen tagsüber reflektiertes Sonnenlicht; Infrarotkanäle bestimmen bei Tag und Nacht die Temperatur der Wolkenobergrenzen. Hohe, kalte Wolkenoberseiten weisen häufig auf starke Konvektion hin.

Farbenprächtige Nachrichtenbilder kombinieren oft verarbeitete Spektralbänder. Die Farben heben Temperatur, Wolkenhöhe oder Feuchtigkeit hervor und entsprechen nicht unbedingt dem Anblick für menschliche Augen im All.

Sichtbares Bild eines Supertaifuns mit deutlich erkennbarem Auge, aufgenommen von GMS-5
Sichtbares Bild eines Supertaifuns mit deutlich erkennbarem Auge, aufgenommen von GMS-5
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Kann ein Satellit genau sagen, wann es an meinem Haus regnet?

Nicht allein. Wetterdienste kombinieren großräumige Satellitenbeobachtungen mit Bodenstationen, Radar und Wetterballons in numerischen Modellen. Besonders über Ozeanen und abgelegenen Regionen sind Satelliten wertvoll, weil sie Veränderungen großer Wettersysteme früh erkennen.

Chinas erster Fengyun-Wettersatellit startete 1988. Später entwickelte die Familie ein abgestimmtes System aus polaren und geostationären Beobachtungen und unterstützt weltweit Wetterüberwachung und Katastrophenwarnungen.

Schon gewusst?

Die stärksten Winde liegen nicht unbedingt im Auge eines Taifuns. Das heftigste Wetter tritt meist in der umgebenden Augenwand auf. Satellitenbeobachtungen von Auge und Wolkenstruktur helfen einzuschätzen, ob sich ein Sturm verstärkt oder abschwächt.

Künstlerische Darstellung eines geostationären Wettersatelliten der GOES-R-Serie
Künstlerische Darstellung eines geostationären Wettersatelliten der GOES-R-Serie
Bildnachweis: NOAA/NESDIS · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Quellen