Weltraum

Ganymed: Ein Mond größer als Merkur

Ganymed ist mit 5.268 Kilometern Durchmesser der größte Mond des Sonnensystems, größer als Merkur, und besitzt ein eigenes Magnetfeld. Unter seinem Eis könnte mehr flüssiges Wasser liegen als in allen Ozeanen der Erde; die ESA-Sonde JUICE soll im Dezember 2034 in eine Umlaufbahn um ihn eintreten.

Künstlerische Umsetzung von Hubble-Beobachtungen der Polarlichter Ganymeds mit Jupiter in der Ferne
Künstlerische Umsetzung von Hubble-Beobachtungen der Polarlichter Ganymeds mit Jupiter in der Ferne
Bildnachweis: NASA/ESA · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Auf einen Blick

直径
5.268 km (größter Mond des Sonnensystems)
轨道周期
Etwa 7,2 Erdtage um Jupiter
表面温度
Etwa −160 °C

Ganymed ist sogar größer als Merkur: Mit 5.268 Kilometern Durchmesser ist er der größte Mond des Sonnensystems. Er besteht überwiegend aus Gestein und Eis, besitzt ein eigenes Magnetfeld und verbirgt wahrscheinlich einen gewaltigen Ozean unter seiner Oberfläche.

Ein Mond größer als ein Planet

Galileo Galilei entdeckte Ganymed im Januar 1610 zusammen mit den anderen großen Jupitermonden. Er umkreist Jupiter in etwa 1,07 Millionen Kilometern Entfernung und benötigt dafür rund 7,2 Erdtage. Trotz seiner Größe gilt er nicht als Planet, denn er kreist um Jupiter.

Ein eigenes Magnetfeld

Beim Vorbeiflug der Raumsonde Galileo im Jahr 1996 wurde ein intrinsisches Magnetfeld nachgewiesen. Es entsteht vermutlich durch Strömungen in einem flüssigen Eisenkern, ähnlich wie das Magnetfeld der Erde. Geladene Teilchen werden dadurch in Ganymeds äußerst dünne Sauerstoffatmosphäre gelenkt und erzeugen Polarlichter – mitten in Jupiters viel stärkerer Magnetosphäre.

Künstlerische Darstellung der von Hubble beobachteten Polarlichter über Ganymeds Polen, mit Jupiter im Hintergrund
Künstlerische Darstellung der von Hubble beobachteten Polarlichter über Ganymeds Polen, mit Jupiter im Hintergrund
Bildnachweis: NASA/ESA · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Ein Ozean unter dem Eis

Hubble-Beobachtungen zeigten 2015, dass Ganymeds Polarlichtbänder weniger stark schwanken als erwartet. Ein elektrisch leitfähiger Salzwasserozean könnte ein zusätzliches Magnetfeld erzeugen und diese Bewegung dämpfen. Dieser Ozean könnte Hunderte Kilometer tief sein und mehr Wasser als sämtliche Ozeane der Erde enthalten.

Modelle beschreiben einen Eisenkern, darüber einen Gesteinsmantel und einen tief verborgenen Ozean zwischen mehreren Eisschichten. Die äußere Eishülle könnte ebenfalls Hunderte Kilometer mächtig sein.

Ganymeds Schichten aus Eisenkern, Gesteinsmantel, Salzwasserozean und Eishülle
Ganymeds Schichten aus Eisenkern, Gesteinsmantel, Salzwasserozean und Eishülle
Bearbeitet nach: Kelvinsong · CC BY-SA 3.0 · Bildquelle anzeigen ↗

Helle und dunkle Landschaften

Die dunklen, dicht von Kratern bedeckten Gebiete sind etwa vier Milliarden Jahre alt. Hellere Regionen mit parallelen Rillen und Rücken zeugen von Dehnung und späterer Erneuerung der Oberfläche. Hubble wies außerdem eine extrem dünne Sauerstoffatmosphäre nach.

Galileo-Aufnahme der Grenze zwischen hellem, gerilltem Gelände und älterem, dunklem Kraterboden
Galileo-Aufnahme der Grenze zwischen hellem, gerilltem Gelände und älterem, dunklem Kraterboden
Bildnachweis: NASA/JPL · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Wie sähe der Himmel aus?

Der Himmel wäre schwarz. Jupiter erschiene um ein Vielfaches breiter als unser Vollmond; Wolkenbänder und möglicherweise sogar der Große Rote Fleck wären erkennbar. Weil Ganymed Jupiter stets dieselbe Seite zuwendet, stünde der Planet über dieser Hemisphäre ungefähr an derselben Stelle. Extreme Kälte und energiereiche Teilchen würden jedoch einen starken Schutz erfordern.

JUICE erforscht die Eismonde

Die ESA-Sonde JUICE startete am 14. April 2023 und soll Jupiter nach mehreren Swing-by-Manövern im Juli 2031 erreichen. Nach Vorbeiflügen an Ganymed, Europa und Kallisto soll sie im Dezember 2034 in eine Umlaufbahn um Ganymed eintreten. Damit wäre sie die erste Raumsonde, die einen Mond außerhalb des Erde-Mond-Systems umkreist. Radar-, Schwerefeld- und Magnetmessungen sollen Eishülle und Ozean untersuchen.

Künstlerische Darstellung von JUICE beim Vorbeiflug an einem Eismond mit ausgeklappten Solarmodulen
Künstlerische Darstellung von JUICE beim Vorbeiflug an einem Eismond mit ausgeklappten Solarmodulen
Bildnachweis: ESA/ATG Medialab · CC BY-SA 3.0 IGO · Bildquelle anzeigen ↗

Quellen