Weltraum

Jupiter: Ein Sturm, der seit Jahrhunderten wütet

Jupiter könnte vom Volumen her etwa tausend Erden aufnehmen, besitzt aber keine feste Oberfläche. Seine Streifen sind schnell strömende Wolkenbänder, und der Große Rote Fleck ist ein gewaltiger Sturm, der seit Jahrhunderten besteht.

Künstlerische Darstellung der Raumsonde Juno über Jupiters Wolken
Künstlerische Darstellung der Raumsonde Juno über Jupiters Wolken
Bildnachweis: NASA/JPL · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Auf einen Blick

直径
Etwa 139.820 km
距太阳
Etwa 5,2 AE (778 Millionen km)
公转周期
Etwa 11,86 Jahre

Jupiter könnte seinem Volumen nach mehr als 1.300 Erden aufnehmen. Mit etwa 139.820 Kilometern Durchmesser und rund zweieinhalbmal so viel Masse wie alle sieben anderen Planeten zusammen ist er der größte Planet des Sonnensystems. Er umkreist die Sonne in etwa 5,2 AE und 11,86 Jahren, besitzt keine feste Oberfläche, dafür aber den Großen Roten Fleck und eine riesige Mondfamilie.

Im Inneren eines Gasriesen

Unter den kalten Wolkenobergrenzen liegen vor allem Wasserstoff und Helium sowie Spuren von Methan und Ammoniak. Mit zunehmendem Druck wird Wasserstoff erst zu einer dichten Flüssigkeit und schließlich zu elektrisch leitendem metallischem Wasserstoff. Dessen Bewegung erzeugt das stärkste planetare Magnetfeld im Sonnensystem. Messungen der Sonde Juno deuten auf einen ausgedehnten, diffusen Kern aus schweren Elementen statt einer klar abgegrenzten festen Kugel hin. Jupiter besteht aus ähnlichen Grundstoffen wie die Sonne, ist aber zu massearm für eine stellare Kernfusion.

Jupiters Atmosphäre, Ringe, Polarlichter und große Monde um eine schematische Schnittdarstellung seines wasserstoffreichen Inneren
Jupiters Atmosphäre, Ringe, Polarlichter und große Monde um eine schematische Schnittdarstellung seines wasserstoffreichen Inneren
Bearbeitet nach: Kelvinsong · CC BY-SA 3.0 · Bildquelle anzeigen ↗

Der Große Rote Fleck

Dieser antizyklonale Wirbelsturm ist größer als die Erde: In Ost-West-Richtung misst er ungefähr 16.000 Kilometer, an seinem Rand erreichen Winde mehr als 400 km/h. Er wird seit Jahrhunderten beobachtet. Neuere Messungen zeigen, dass der Fleck schrumpft, während manche Randwinde stärker werden; wie lange er bestehen bleibt, ist ungewiss.

Junos detailreiche Aufnahme des Großen Roten Flecks vom Juli 2017
Junos detailreiche Aufnahme des Großen Roten Flecks vom Juli 2017
Bildnachweis: NASA / SwRI / MSSS / Gerald Eichstädt / Seán Doran · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Könnte eine Raumsonde dort landen?

Auf Jupiter gibt es keinen Boden wie auf dem Mars. Eine absteigende Sonde gerät in immer heißere und dichtere Materie, bis Druck und Temperatur sie zerstören. Die Galileo-Atmosphärensonde übermittelte 1995 ungefähr eine Stunde lang Daten, bevor sie verstummte – nicht weil sie auf eine Oberfläche getroffen wäre.

Die Galileischen Monde

Galileis Entdeckung der vier großen Monde im Jahr 1610 erschütterte die damalige Vorstellung, alles kreise um die Erde. Io ist von Vulkanen geprägt, Europa verbirgt wahrscheinlich einen Ozean, Ganymed misst 5.268 Kilometer und besitzt ein eigenes Magnetfeld, während Kallisto uralte Krater bewahrt. Inzwischen sind mehr als neunzig Jupitermonde bestätigt.

Io, Europa, Ganymed und Kallisto im gleichen Maßstab
Io, Europa, Ganymed und Kallisto im gleichen Maßstab
Bildnachweis: Pancakes321 · CC0 · Bildquelle anzeigen ↗

Von Galileo bis Juno

Pioneer und Voyager lieferten in den 1970er Jahren die ersten Nahaufnahmen. Galileo erreichte Jupiter im Dezember 1995 als erster Orbiter und setzte die bislang einzige Atmosphärensonde aus. 2003 wurde der Orbiter gezielt in Jupiter gelenkt, damit er Europa nicht mit irdischen Mikroorganismen verunreinigen konnte. Juno schwenkte am 4. Juli 2016 in eine polare Umlaufbahn ein, um Schwere- und Magnetfeld, Polarstürme und Monde zu untersuchen; die NASA führte die Mission auch 2026 noch als aktiv. Europa Clipper soll 2030 eintreffen, JUICE im Jahr 2031.

Künstlerische Darstellung von Juno über Jupiters Wolken
Künstlerische Darstellung von Juno über Jupiters Wolken
Bildnachweis: NASA/JPL · Public domain · Bildquelle anzeigen ↗

Ein Lotse der Schwerkraft

Jupiter schleudert manche Kometen und Asteroiden aus dem Sonnensystem, lenkt andere auf neue Bahnen und wird selbst getroffen. 1994 schlugen die Bruchstücke des Kometen Shoemaker–Levy 9 ein und hinterließen riesige dunkle Narben. Jupiter schlicht als Schutzschild der Erde zu bezeichnen, greift zu kurz: Seine Schwerkraft kann den Verkehr ins innere Sonnensystem sowohl verringern als auch verstärken. Sie formt zudem die Kirkwoodlücken im Asteroidengürtel und sammelt Trojaner vor und hinter Jupiters Bahn.

Quellen