Loft Orbital (YAM-Serie)
Die YAM-Satelliten des US-Unternehmens Loft Orbital beherbergen Kameras, Kommunikationstechnik und Experimente verschiedener Kunden auf gemeinsam betriebenen Plattformen. YAM-2 und YAM-3 starteten 2021 und ermöglichen Weltraummissionen ohne die Entwicklung eines vollständigen eigenen Satelliten.

Auf einen Blick
- Betreiber
- Loft Orbital, San Francisco, USA
- Seit
- 2017
- Aufgabe
- Schneller Zugang zu vollständig betriebenen Plattformen im Orbit für Kundennutzlasten
Muss eine Schule oder ein kleines Unternehmen einen vollständigen Satelliten bauen, um eine Kamera ins All zu bringen? Loft Orbital sagt: nicht unbedingt. Kundinnen und Kunden liefern Instrumente oder Software, Loft stellt Plattform, Start und Betrieb bereit.
Das ist „Satellit als Dienstleistung“. Mehrere Raumfahrzeuge tragen den Namen YAM für Yet Another Mission, darunter YAM-2, -3, -5 und -6.

Was ist Loft Orbital?
Das 2017 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in San Francisco und unterhält unter anderem ein Team im französischen Toulouse. Es richtet sich an Kundschaft, die vor allem ein Instrument im All oder bestimmte Daten benötigt, ohne die langwierige Vorbereitung eines traditionellen Satellitenprojekts selbst zu übernehmen.
Umrüstbare Plattformen ähneln bezugsfertigen Hotelzimmern: Kunden installieren Kameras, Sensoren, Funkgeräte oder Prozessoren, statt das gesamte Gebäude zu errichten.
Wie funktioniert Satellit als Dienstleistung?
Kunden definieren Anforderungen und stellen Nutzlasten bereit. Loft wählt die Plattform, integriert und testet die Geräte, organisiert den Start, betreibt den Satelliten und liefert Daten oder Dienste. Dadurch müssen Kunden nicht erst die gesamte Satellitentechnik beherrschen; Komplexität, Tests und verfügbare Startgelegenheiten beeinflussen Kosten und Zeitplan dennoch.
YAM-2 und YAM-3 starteten am 30. Juni 2021 mit Transporter-2. YAM-5 folgte 2023 auf Transporter-6 und trug das Miniature Uncooled Radiometer Instrument MURI der NASA.

Kann Software als Passagier ins All fliegen?
YAM-6 startete im März 2024 und unterstützt virtuelle Missionen. Kunden führen eigene Software aus, die Bordkameras, Funkgeräte oder Rechenleistung nutzt – ähnlich wie ein gemieteter Cloudserver in der Umlaufbahn.
Software kann Bilder bereits an Bord filtern und nur wolkenfreie Szenen oder erkannte Ziele übertragen. Das spart Funkkapazität, verlangt aber weiterhin strenge Tests zum Schutz des Raumfahrzeugs.
Schon gewusst?
Bei Mitflugstarts teilen sich viele Satelliten eine Rakete und gelangen in nahe beieinanderliegende Zielbahnen. Der günstigere Preis bedeutet zugleich, einen gemeinsamen Starttermin und ein nur näherungsweise passendes Ziel akzeptieren zu müssen.


